Kopflampe Magicshine MJ-872 – “Dunkel war gestern”

Mein erster Produkttest – und was soll ich sagen? Dunkel war gestern…

Ich stamme noch aus einer Zeit, in der Stirnlampen diese breiten 4,5V-Batterien mit den “Messingfähnchen” hatten – die Lampe leuchtete mehr orange wie hell, entwickelte mehr Wärme wie Licht und nach 2-3 Stunden war das Ding aus. Dann kamen die ersten etwas kleineren Modelle mit zwei Mignon-Batterien und irgendwann gab es für meine Lampe sogar ein Upgrade auf LED-Technik! Und damit war ich jahrelang unterwegs – zu Pferde und zu Fuß.
Nachdem ich nun in 2011 wieder ernsthafter mit dem Laufsport begonnen habe, stand ich jetzt zum Winter vor der Entscheidung, ob ich mit der Funzel weiterlaufe oder nochmal etwas Geld investiere. Ich stöberte das Internet tagelang – mei, was gibbet das eine Auswahl heutzutage. Von einfach und billig bis hin zu deutscher Handwerkskunst – teuer und gut. Dazwischen liegen die mittlerweile unvermeidbaren Produkte aus Fernost.
Hmm, 200 Lumen einer LED Lenser H7R sind natürlich schon ein Wort. Aber irgendwie möchte der Mensch immer mehr – beim Auto mehr PS, beim Handy mehr Funktionen, bei der Lampe mehr Licht. Nicht, daß man das zwingend benötigt, aber allein mal die Möglichkeiten zu haben…
So stieß ich bei meiner Sucherei irgendwann auf die Produkte von Magicshine und einen kleinen, feinen Onlineshop hier in Deutschland, der die Lämpchen auf Lager hat – das spart den ganzen Aufwand und etwaigen Ärger mit dem Bestellen in China: http://www.magicshine-shop.de/ von Marco Kleinschmidt.
Nach einer wirklich guten Beratung bezüglich der verschiedenen Lampen, Kopfhalterungen, Akkus etc sowie einigen Bildern entschied ich mich für die MJ-872.

Zwei Tage später war es soweit – der Götterbote von Hermes brachte das Päckchen.
Die Lampe – also der eigentliche Lampenkopf – ist gut verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck. Mitgeliefert wurde ein Verlängerungskabel, die Stirnhalterung und der Akkupack sowie ein Ladegerät. Der Akkupack enthält gleich 4 18650er-Zellen und ist naturgemäß etwas dicker und schwerer wie z.B. 2 x Mignonzelle. Da ich aber durch 20 Jahre Distanzreiten gewohnt bin, eine Hüfttasche beim Sport zu tragen, war dies kein KO-Kriterium – den Akkupack befestige ich einfach in einer Flaschenhalterung meines Nathan Trail Mix-Belts.
Die Stirnhalterung fällt auch etwas voluminöser aus – es gibt aber auch ein einfacheres Modell.
Ich steckte das Kabel vom Akkupack in die Lampe und 1. Mose 1.3 :). Die Lampe hat vier Helligkeitsstufen, die durch zwei kleine Taster am Lampenkopf eingestellt werden: Oben = volle Pulle, unten = immer noch mehr wie ausreichend Licht und dazwischen noch zwei Stufen. Die Taster sind beleuchtet, die Farbe der Beleuchtung gibt auch gleich den Akkustand wieder: Grün ist voll, rot ist fast leer und wenn rot blinkt, sollte man wacker sehen, daß man aus der Dunkelheit nach Hause kommt.
Also mal den Akku-Pack geladen und die Lampe zum Lauftreff mitgenommen. Wir laufen um eine Talsperre und an diesem Tag war es auf dem Hinweg noch hell genug, aber der Rückweg wurde duster. Ein Mitläufer knipste seine Stirnlampe an – naja, es wurde etwas heller, so 2, 3 Meter vor den Füßen. Also die Finger an den Ein-Taster gelegt und “klick” – “Boah, Mist, sorry Mädels – ich hab versehentlich die höchste Stufe erwischt!!!” – hmpf, rumgeklicker, uuppss – “Mädels, das ist die kleinste Stufe – ich mach mal richtig hell!”. Also ich kann es nicht in Worte fassen, die Lampe ist brutal hell. Aber nicht zu hell – also eigentlich genau richtig, um im finsteren Wald das komplette Sichtfeld mehr als weit genug auszuleuchten – und das auf der kleinsten Stufe, also für irgendwas um 24 Stunden (nein, solange laufe ich nicht am Stück, noch nicht 😉 ). Wir haben auf der Runde dann nochmal den Test “normale Stirnlampe” gegen MJ-872 gemacht – ich schaltete meine Lampe aus. Nein, ich persönlich möchte gar nicht mehr mit weniger Licht laufen. Es ist ja nicht so, daß eine Petzl, Silva oder LED-Lenser schlechte, düstere Funzeln sind. Aber wenn mal einmal mit richtig viel Licht gelaufen ist, ist alles andere irgendwie… nix.
Einen weiteren Feldtest konnte die Lampe in der letzten Woche absolvieren, ich hatte mich im Urlaub mit einem Laufkollegen aus dem Runnersworld-Forum zu einer Nachtrunde verabredet. Auch hier zeigte sich: Viel Licht macht viel hell! Man vergisst nach kurzer Zeit, daß man eigentlich im stockfinsternen Wald läuft.

Übrigens – von Magicshine gibt es auch kleinere Modelle 😉 – aber schaut doch einfach mal selber bei Marco vorbei: http://www.magicshine-shop.de/

Ich habe meine Lampe für alle Unwegsamkeiten gefunden und kann diese uneingeschränkt empfehlen.

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