Eschollbrücken Ultramarathon 2014

Ahjo, was soll ich sagen… Das Spatzerl wollte Ende März in ihrer alten Heimat (Eschollbrücken liegt direkt neben Crumstadt) einen 25-km-Wettkampf laufen. Angeboten wurde ein 5-km-Rundkurs, der zusätzlich auch für den 50-km-Ultramarathon als Strecke diente.
Anfangs wollte ich nur mitfahren und vor Ort ein paar Bilder machen – aber erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt: Langsam, aber sicher wurde aus meiner Schnapsidee “Hey, da laufe ich meinen ersten Ultra” ein konkreter Plan. Naja, eigentlich auch nicht – so richtig trainiert hatte ich nicht. Trotzdem wollte ich mich an den 10 Runden zu je 5 km versuchen, ich könnte ja alle 5 km aufhören, wenn es nicht mehr geht, sagte ich mir.
Oki, ich wollte die ersten 25 km mal in 2 Stunden probieren und dann mit Krissy die restlichen 25 km zu Ende laufen (der 25er startete zufälligerweise 2 Stunden nach dem 50er 🙂 ). Pünktlich um 8 Uhr ging der Startschuß los und ich war tatsächlich unterwegs auf meinem ersten Ultra. Recht schnell zog sich das Feld auseinander, ich lief mit einer grob 4:50er Pace. Nach 3 Runden merkte ich, daß das heute aber noch ziemlich zäh werden könnte. Nach 4 Runden wurde ich langsamer, kein Wunder, ich hatte in diesem Jahr bislang maximal 20 km im Training gelaufen. So kam ich mit 1 Minute Verspätung nach 5 Runden durch Start/Ziel und sah Krissy in der Ferne enteilen. Irgendwie schaffte ich es aber, mich durch das breite Feld der Halbmarathonis zu kämpfen und hatte nach 2 km Krissy eingeholt. “Nimmst Du mich mit?” fragte ich. “Klar!”.
So passierten wir km 30 (bzw. 5 für Krissy) und ich merkte, daß ich sie nur ausbremste. Sie war immer einen Tack vor mir, so da0 ich ihr nach einem weiteren Kilometer zurief, sie soll ruhig abhauen und ihr Tempo laufen, es könne passieren, daß ich eh bei km 35 aussteige. Wusch, zack – wech :).
Bei km 33 nahm ich ein Gel mit Koffein (Liquid Energy Plus von Sponser – kann ich nur empfehlen. Ich hatte zuvor nur die Gels ohne Koffein jeweils alle 5 km genommen), welches kurz drauf seine Wirkung zeigte. Beim Durchlauf bei km 35 hatte ich keine Gedanken mehr an aussteigen, stattdessen sagte mir die innere Stimme “Hey, jetzt nur noch einmal locker umme Sorpe!”. Bei km 40 stand dann Schwiegervater Martin mit dem Fotoapparat und ich rief ihm zu “Klasse, hab ja nur noch 10 km!”.
Da neben den Ultraläufern sich auch Halbmarathonis auf der Strecke befanden, hatte ich so rein gar keine Idee, an welcher Stelle ich lag, ob ich gerade überrundet wurde oder selber andere überholte. Ich hab mir aber auf den letzten 8 km noch zwei, drei Läufern geschnappt – darunter auch einen jungen Mann (MHK) in voller, weißer Salomon-Montur, dem ein… sagen wir mal “anales Mißgeschick” passiert war :p.
So lief ich dann lachend ins Stadion von Eschollbrücken, winkte Martin in die Kamera und wurde vom Sprecher angekündigt mit “auch Wolfgang kann noch Lachen und hat es nun geschafft” – meinen ersten 50-km-Ultramarathon! Und das auch noch in respektablen 4:21 Stunden, was unterm Strich Platz 21 und Platz 6 in der M45 ergab.
Krissy hat ihren ersten 25er in 2:14 Stunden beendet, Platz 41 insgesamt und Platz 1 Frauen Hauptklasse 🙂
DSC_0207 (Mittel)

DSC_0210 (Mittel)

DSC_0217 (Mittel)

DSC_0219 (Mittel)

DSC_0221 (Mittel)

DSC_0223 (Mittel)

Leave a Reply